Was ist ein geteilter Stiftaufbau?

Beim geteilten Stiftaufbau wird der Aufbau (Kern), der nach abgeschlossener Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung) in den Zahn eingesetzt wird, für unterschiedlich ausgerichtete Wurzeln in getrennten Teilen angefertigt.

In unserer Praxis fertigen wir den Aufbau von Zähnen mit unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln als geteilten Stiftaufbau an.

Metallaufbau aus zwei Teilen; die Teile, die in die Wurzeln reichen, verlaufen in unterschiedliche Richtungen
Geteilter Stiftaufbau (Aufbau nach der Wurzelkanalbehandlung, Metall)

Fehlt bei einem Zahn, dessen Nerv entfernt wurde, ein großer Teil der Zahnsubstanz, wird ein Aufbau unter anderem im Wurzelinneren verankert und so geformt, dass er eine Krone tragen kann.

Diese Maßnahme wird allgemein als „Stumpfaufbau“ bezeichnet.

Der Stumpfaufbau ist eine Maßnahme, die voraussetzt, dass darauf eine Krone oder Ähnliches gesetzt wird.

Beim Aufbau wird mitunter zwischen dem „Stift“, der in die Wurzel reicht, und dem darüberliegenden „Kern“, der die Krone trägt, unterschieden.

So funktioniert der geteilte Stiftaufbau

Bei unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln passt ein einzelnes Stück nicht hinein

Manche Backenzähne haben zwei oder mehr Wurzeln.

Bei Zähnen mit stark unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln lässt sich ein Aufbau mit zwei Stiften, der aus einem Stück gefertigt ist, mitunter nicht in die Wurzeln einsetzen.

Denn jeder Stift hat eine andere Richtung für das Einsetzen und Herausnehmen (Einschubrichtung).

In einer Studie an 117 unteren ersten Molaren machten Zähne, bei denen sich die drei Wurzelkanäle (die feinen Kanäle im Inneren der Wurzeln) ohne Weiteres parallel präparieren ließen, 2,7–6,8 % aller Zähne aus.

Als eine Möglichkeit für die übrigen Zähne wird die Anfertigung eines zweigeteilten Aufbaus genannt.

In Teilen anfertigen und im Mund zusammensetzen

Bei einem geteilten Aufbau geht man allgemein wie folgt vor.

  1. Die Ausrichtung jeder Wurzel prüfen: Es wird überlegt, aus welcher Richtung ein Stift in die jeweilige Wurzel eingesetzt wird.
  2. In Teilen anfertigen: Teile mit unterschiedlicher Einschubrichtung werden als getrennte Bauteile angefertigt.
  3. Nacheinander einsetzen und zusammensetzen: Die Bauteile werden einzeln in die Wurzeln eingesetzt und im Mund zu einem Aufbau zusammengefügt.
  4. Die Krone anfertigen: Auf dem zusammengesetzten Aufbau wird die Krone angefertigt.

Für das Zusammensetzen sind mehrere Formen beschrieben worden.

Zum Beispiel werden die Bauteile nacheinander adhäsiv befestigt und das Ganze durch die darüberliegende Krone zusammengehalten, oder der Stift des einen Teils wird durch eine Bohrung im anderen Teil gesteckt.

Warum wir geteilte Stiftaufbauten einsetzen

Um in jede der unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln einen Stift zu setzen

Bei Zähnen mit stark unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln lassen sich mitunter nicht aus einer einzigen Richtung in alle Wurzeln Stifte einsetzen.

Wir fertigen den Aufbau für jede Wurzel getrennt an, damit sowohl in die vordere Wurzel (mesiale Wurzel) als auch in die hintere Wurzel (distale Wurzel) ein Stift gesetzt werden kann.

Um tiefer als der Knochenrand zu reichen

Der Praxisleiter ist der Ansicht, dass die Verstärkung in jeder Wurzel erst dann als Aufbau sinnvoll ist, wenn sie tiefer reicht als der Rand des Knochens, der den Zahn trägt (Alveolarrand).

Einer der allgemein genannten Grundsätze lautet zudem, dass die Stiftspitze in der Wurzel tiefer liegen soll als der Rand des Knochens, der den Zahn trägt.

Weil der Aufbau die Krone trägt

Der Aufbau ist der Teil, der die Krone trägt.

Seit Langem wird darauf hingewiesen, dass ein nicht sachgerecht angefertigter Aufbau leicht dazu führen kann, dass sich die Krone löst oder die Wurzel bricht.

In unserer Praxis ist der geteilte Stiftaufbau kein besonderes Verfahren, sondern eine Methode, die wir routinemäßig anwenden.

Unser Vorgehen in der Praxis

Im Ablauf der Wurzelkanalbehandlung

Der geteilte Stiftaufbau wird nach Abschluss der Wurzelbehandlung und vor der Anfertigung der Krone hergestellt.

  1. Wurzelbehandlung: Während wir das Wurzelinnere mit dem Dentalmikroskop vergrößert betrachten, bestimmen wir die Länge der Wurzel mit einem elektronischen Wurzelkanallängen-Messgerät (Apexlokator), reinigen, desinfizieren und verschließen sie.
  2. Den Aufbau anfertigen: Bei Zähnen mit unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln wird der Aufbau für jede Wurzel getrennt angefertigt (geteilter Stiftaufbau).
  3. Krone: Auf dem Aufbau wird die Krone angefertigt. Ob die Krone zum Zahn passt, prüfen wir ebenfalls vergrößert mit dem Mikroskop.
  4. Verlauf kontrollieren: Auch nach der Behandlung prüfen wir den Zustand von Zahn und Krone.

Wie wir bei der Wurzelkanalbehandlung vorgehen, stellen wir auf der Seite zur Wurzelkanalbehandlung vor.

Was mit dem geteilten Stiftaufbau möglich ist – und was nicht

Was mit dem geteilten Stiftaufbau möglich ist

  • In jede der unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln einen Stift des Aufbaus setzen
  • Die Stifte für jede Wurzel aus einer anderen Richtung einsetzbar machen
  • Mit dem zusammengesetzten Aufbau eine Form schaffen, die die Krone trägt

Was nicht möglich ist – und wie wir es ausgleichen

Was nicht möglich istWie wir es ausgleichen
Die Form im Wurzelinneren und Risse im Zahn erkennenBei der Wurzelbehandlung vor dem Aufbau behandeln wir unter vergrößerter Sicht mit dem Dentalmikroskop
Die Länge der zu behandelnden Wurzel kennenWir prüfen sie während der Wurzelbehandlung mit dem Apexlokator
Prüfen, ob die Krone zum Zahn passtWir prüfen es vergrößert mit dem Dentalmikroskop
Eine gebrochene Wurzel (Wurzelfraktur) wieder in den ursprünglichen Zustand bringenWir besprechen das Behandlungskonzept anhand der Untersuchungsergebnisse erneut mit Ihnen (Seite zur Wurzelkanalbehandlung)

In einem Fallbericht, der geteilte gegossene Stiftaufbauten vorstellt, werden als Nachteile genannt, dass die Arbeit aufwendig und technisch anspruchsvoll ist und dass mitunter zusätzlich Zahnsubstanz abgetragen wird.

Zudem heißt es, dass Stifte in den Wurzeln eine spätere erneute Wurzelbehandlung erschweren können.

Ein geteilter Stiftaufbau garantiert nicht, dass die Wurzel nicht bricht oder dass keine erneute Infektion auftritt.

Zu den wichtigsten Risiken der Wurzelkanalbehandlung gehören Schmerzen nach der Behandlung, eine erneute Infektion und Wurzelfrakturen.

Häufige Fragen

Was ist ein Aufbau (Kern)?

Das Fundament, das nach abgeschlossener Wurzelbehandlung in den Zahn eingesetzt wird und die Krone trägt.

Fehlt ein großer Teil des Zahnes, wird der Aufbau unter anderem im Wurzelinneren verankert und so geformt, dass eine Krone darauf gesetzt werden kann.

Bei welchen Zähnen setzen Sie einen geteilten Stiftaufbau ein?

Bei Zähnen mit zwei oder mehr Wurzeln, die unterschiedlich ausgerichtet sind.

Wir fertigen ihn in getrennten Teilen an, damit sowohl in die vordere als auch in die hintere Wurzel ein Stift des Aufbaus gesetzt werden kann.

Warum reichen die Stifte tiefer als der Knochenrand?

Der Praxisleiter ist der Ansicht, dass die Verstärkung erst dann als Aufbau sinnvoll ist, wenn sie tiefer reicht als der Knochenrand.

Es gilt auch allgemein als einer der Grundsätze, dass die Stiftspitze tiefer liegen soll als der Rand des Knochens, der den Zahn trägt.

Bricht die Wurzel mit einem geteilten Stiftaufbau weniger leicht?

Der geteilte Stiftaufbau ist eine Methode, um in jede der unterschiedlich ausgerichteten Wurzeln einen Stift des Aufbaus zu setzen.

Er garantiert nicht, dass die Wurzel nicht bricht.

Zu den wichtigsten Risiken der Wurzelkanalbehandlung gehören Schmerzen nach der Behandlung, eine erneute Infektion und Wurzelfrakturen.

Lässt sich die Wurzelbehandlung wiederholen, wenn ein geteilter Stiftaufbau eingesetzt ist?

Allgemein heißt es, dass Stifte in den Wurzeln eine erneute Wurzelbehandlung erschweren können.

Wird eine erneute Behandlung nötig, untersuchen wir den Zustand zu diesem Zeitpunkt und überlegen das weitere Vorgehen.

Verwendete Quellen

Für die allgemeinen Erläuterungen (Bedeutung des Stumpfaufbaus, Funktionsweise eines in Teilen angefertigten Aufbaus und Ausrichtung der Wurzelkanäle unterer Backenzähne) haben wir die folgenden veröffentlichten Quellen herangezogen. Was wir über unser eigenes Vorgehen schreiben, beruht auf Beiträgen des Praxisleiters und der Seite zur Wurzelkanalbehandlung.

Beratung und Anfragen

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Der erste Besuch beginnt mit einer Erstberatung (Selbstzahlerleistung, 30 Minuten bis 1 Stunde), in der wir untersuchen und eine Diagnose stellen. Fragen zu einer Diagnose aus einer anderen Praxis besprechen wir ebenfalls in diesem Rahmen.

In dringenden Fällen – etwa wenn Sie nicht kauen können oder die Beschwerden stark sind – wenden Sie sich bitte telefonisch an uns (042-795-1359).

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